Unter 30 Prozent der KI-Projekte erreichen ihre Ziele — Gartner-Studie offenbart ernüchternde Bilanz
Die am 7. April veröffentlichte Gartner-Studie „AI Projects in I&O Stall Ahead of Meaningful ROI Returns“ zeichnet ein ernüchterndes Bild: Von allen KI-Projekten in der IT-Infrastruktur erreichen nur 28 Prozent ihre ROI-Ziele vollständig. Ein Fünftel wird komplett aufgegeben, die übrigen dümpeln im sogenannten „Pilot Purgatory“ — dem Fegefeuer der Pilotprojekte, aus dem der Weg in die Produktion nicht gelingt.
Die Befunde sind kein Ausreißer. Eine MIT-Studie vom Sommer 2025 kam zu noch dramatischeren Ergebnissen: 95 Prozent aller generativen KI-Pilotprojekte lieferten keinen messbaren Beitrag zum Unternehmensergebnis. McKinseys State-of-AI-Report bestätigt: Obwohl 88 Prozent der Unternehmen KI in mindestens einer Geschäftsfunktion nutzen, verzeichnen nur 39 Prozent einen messbaren EBIT-Effekt. Die Gruppe der „AI High Performers“, die mehr als fünf Prozent ihres Betriebsergebnisses auf KI zurückführen, umfasst gerade einmal 5,5 Prozent der befragten Unternehmen.
Das Kernproblem ist selten technischer Natur. „Das Modell ist fast nie das Hauptproblem“, sagt Alex Potapov, Senior Consultant bei NTT DATA, der GenAI-Projekte für Großkonzerne verantwortet. Die eigentlichen Stolpersteine: unvorbereitete Daten, unklare Zuständigkeiten und Architekturen, die für die Präsentation gebaut wurden, nicht für den Produktivbetrieb. Gartner prognostiziert, dass 60 Prozent der KI-Projekte bis Ende 2026 an fehlender „AI-ready Data“ scheitern werden.
Die wenigen Gewinner unterscheiden sich nicht durch bessere Modelle, sondern durch bessere Organisation: Ein Stanford-Forschungsteam, das 51 erfolgreiche Enterprise-Deployments analysierte, identifizierte drei Beschleuniger — aktive Unterstützung durch die Geschäftsleitung, bestehende Dateninfrastruktur und die Bereitschaft, Workflows grundlegend neu zu gestalten statt KI auf bestehende Prozesse aufzusetzen. Nur 21 Prozent der Unternehmen haben Letzteres bisher getan. Unsere heutige Reportage analysiert die Lücke zwischen Investition und Ertrag im Detail.