15 Millionen Dollar am Tag verbrannt: Warum OpenAI Sora wirklich einstellte
Wie wir in unserer Ausgabe vom 25. März berichteten, hatte OpenAI die Einstellung von Sora angekündigt. Nun liefern TechCrunch-Berichte vom 29. März erstmals die konkreten Finanzzahlen — und diese sind erschütternd: Sora verbrannte täglich mehr Geld, als es in seiner gesamten Existenz eingenommen hat. Die Inferenzkosten lagen bei geschätzten 15 Millionen Dollar pro Tag bei Spitzenauslastung, während die gesamten Lifetime-Einnahmen durch In-App-Käufe lediglich 2,1 Millionen Dollar betrugen.
Die Nutzerzahlen erzählen eine Geschichte des schnellen Verfalls: Nach einem anfänglichen Peak von rund einer Million Nutzern kollabierte die Basis auf unter 500.000. Die Downloads fielen im Dezember um 32 Prozent und im Januar 2026 um weitere 45 Prozent. Besonders drastisch sind die Retention-Raten: 10 Prozent nach einem Tag, 2 Prozent nach einer Woche, 1 Prozent nach 30 Tagen — und null Prozent nach 60 Tagen. Videogenerierung war ein eindrucksvolles Demo, aber kein nachhaltiges Produkt.
Strategisch hat Sam Altman Sora gezielt geopfert, um Compute-Ressourcen für das profitable Kerngeschäft freizumachen. Laut TechCrunch nahm OpenAI Anthropic und insbesondere Claude Code als wachsende Bedrohung im Enterprise-Segment wahr — ein Segment, das den Großteil der Einnahmen generiert. OpenAI plant seinen IPO für die zweite Jahreshälfte 2026, und dort zählen schwarze Zahlen mehr als beeindruckende Demos.
Besonders brisant ist die Behandlung von Disney: Der Unterhaltungsriese hatte eine Milliarde Dollar zugesagt und erfuhr weniger als eine Stunde vor der öffentlichen Ankündigung von der Einstellung. Kein Geld war tatsächlich geflossen, aber der Vorgang beschädigt OpenAIs Ruf als zuverlässiger Geschäftspartner. Für die gesamte AI-Video-Branche — Runway ML, Pika Labs, Luma AI — ist Soras Ende ein Reality Check: Die Vision, KI-Videotools würden Hollywood bald ersetzen, hat einen erheblichen Dämpfer erhalten.