OpenAI stellt Sora ein und verliert den Milliarden-Deal mit Disney
OpenAI hat am 24. März 2026 angekündigt, den KI-Videogenerator Sora einzustellen. Die iOS-App, die API und die Sora.com-Plattform werden heruntergefahren — ein genauer Zeitplan steht noch aus. Es ist das erste Mal, dass OpenAI ein Kernprodukt so kurz nach dem Launch aufgibt. Sora 2 war erst im September 2025 als eigenständige App gestartet und hatte in fünf Tagen eine Million Downloads erreicht.
Unmittelbar betroffen ist der geplante Deal mit Walt Disney: Im Dezember 2025 hatten Disney-CEO Bob Iger und Sam Altman einen Dreijahresvertrag geschlossen — Disney sollte eine Milliarde Dollar in OpenAI investieren und über 200 Charaktere aus dem Disney-, Marvel-, Pixar- und Star-Wars-Universum für Sora lizenzieren. Laut Deadline ist „kein Geld geflossen“ und „der Deal geht nicht weiter“.
Hinter der Entscheidung stehen massive wirtschaftliche Probleme: Die jährlichen Rechenkosten für Sora beliefen sich laut CNBC auf 5,4 Milliarden Dollar. CFO Sarah Friar räumte ein: „We just are facing a lack of compute.“ Hinzu kamen schwere Content-Moderationsprobleme — Nutzer umgingen systematisch die Schutzmaßnahmen und erzeugten nicht autorisierte Deepfakes von öffentlichen Persönlichkeiten sowie urheberrechtlich geschützte Figuren in unangemessenen Situationen. Das Forschungsteam soll weiter an „Weltsimulationsforschung für Robotik“ arbeiten.
Die Einstellung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem der Wettbewerb in der Video-KI intensiver denn je ist. Googles Veo 3, Kuaishous Kling 2.0 und Lumas Ray 2 bieten vergleichbare oder überlegene Modelle. Für OpenAI, das einen Börsengang bei einer Bewertung von 730 Milliarden Dollar anstrebt, ist der Rückzug ein Zeichen dafür, dass Fokus über Expansion geht — und dass Video-Generierung kein tragfähiges Geschäftsmodell hatte.