Modell · OpenAI
GPT-5.5 Spud: OpenAIs erstes vollständig neues Basismodell seit GPT-4.5 ist der nächste Schritt zur Super-App
Sieben Wochen nach GPT-5.4 hat OpenAI am 23. April GPT-5.5 veröffentlicht — und damit das Tempo der Modell-Releases auf ein Niveau getrieben, das selbst Branchenbeobachter überrascht hat. OpenAIs Chief Research Officer Mark Chen schrieb: „GPT-5.5 zeigt bedeutende Fortschritte bei wissenschaftlichen und technischen Research-Workflows — es könnte Wissenschaftlern wirklich helfen, Fortschritte zu machen." Greg Brockman, OpenAIs President, bezeichnete das Modell als „bedeutenden Schritt in Richtung agentisches und intuitives Computing".
Die Benchmark-Lage ist eindeutig: Terminal-Bench 2.0 (komplexe Command-Line-Workflows) erreicht 82,7 Prozent — State of the Art. SWE-Bench Pro (echte GitHub-Issue-Lösung) steht bei 58,6 Prozent. ARC-AGI-2 springt von GPT-5.4-Werten auf 85,0 Prozent, ein Plus von 11,7 Prozentpunkten. Am deutlichsten ist der Abstand bei FrontierMath Tier 4, der härtesten Mathematik-Benchmark: GPT-5.5 Pro erreicht 39,6 Prozent — mehr als doppelt so viel wie Claude Opus 4.7 (22,9 Prozent) und Gemini 3.1 Pro (16,7 Prozent). Auf 9 von 10 geteilten Benchmarks liegt GPT-5.5 vor dem Vorgänger.
Das Preismodell ist subtil kalkuliert. GPT-5.5 kostet 5 Dollar pro Million Input-Tokens und 30 Dollar pro Million Output-Tokens — also das Doppelte von GPT-5.4. Da das Modell jedoch rund 40 Prozent weniger Output-Tokens für vergleichbare Aufgaben benötigt, beziffert OpenAI den effektiven Mehraufwand auf nur etwa 20 Prozent. Für Entwickler, die Codex-Tasks automatisieren, könnte GPT-5.5 also günstiger sein als der Listenpreis suggeriert — sobald man die Effizienz einrechnet.
Der strategische Kontext ist wichtiger als die Benchmark-Zahlen. OpenAI hat GPT-5.5 explizit als nächsten Schritt zur Super-App positioniert — einer einheitlichen Desktop-Oberfläche, die ChatGPT, den Atlas-Browser und die Codex-Coding-Plattform vereint. Der Atlas-Browser versteht, was der Nutzer gerade liest, kann Fragen dazu beantworten und im Auftrag des Nutzers Webaktionen ausführen. GPT-5.5 ist das Modell, das diesen intent-aware reasoning-Layer erst wirklich nutzbar macht. Mit 900 Millionen wöchentlichen Nutzern hat OpenAI eine Verteilungsinfrastruktur, die kein anderes KI-Unternehmen besitzt.
Für Entwickler: GPT-5.5 ist ab sofort für alle ChatGPT Plus-, Pro-, Business- und Enterprise-Kunden verfügbar. Die API ist direkt buchbar. Für Codex-Nutzer startet das Modell als Standard. Wer intensive agentic Workloads plant — mehrstündige Coding-Sessions, autonome Datenanalyse, komplexe Research-Workflows — sollte die Token-Effizienz genau messen, bevor er auf den scheinbar günstigeren GPT-5.4 setzt.